Sommerlager Bauer sucht Scouts – 4. – 13. August 2019

Am Sonntag den 4. August machten sich unser Stamm mit dem Zug auf den Weg in Richtung Villingen-Schwenningen, wir hatten von einem ortsansässigen Bio-Bauer namens Bernd einen Hilferuf per Post erhalten, dass bei einem schweren Unwetter, all sein Hab und Gut zerstört wurde und seine Tiere alle im Wald verschwunden waren. Das ließen wir uns als Pfadfinder nicht zweimal fragen und reisten auf den Jugendzeltplatz Villingen-Schwenningen der DPSG Villingen. Dort begannen wir damit unser eigenes Lager aufzubauen, zwei Schlafzelte für die Kinder und Jugendlichen, eine Jurte für die Leiter, die Theaterjurte als Aufenthaltszelt und ein Küchenzelt.

Am Montag ging es auch direkt schon los und wir wollten den Bio-Bauern besuchen um ihm zu helfen. Auf dem Weg fanden wir ihn schwer verletzt im Wald, bei seinen Vorbereitungen für unsere Ankunft. Doch was macht man den in solch einmal Fall? Notruf: Unter welcher Nummer?, Helfen: Aber wie?. Also musste erst einmal ein Erste-Hilfe-Kurs her für alle Teilnehmer, damit wir im Anschluss, dem verletzten Bernd im Wald helfen konnten. Nach einer Einheit Herzdruck-Massage an Wasserbeuteln, üben der stabiler Seitenlage und wie legt man einen Verband an, waren alle gewappnet um den Bio-Bauern zu versorgen. So konnte er aus dem Wald gerettet und im Krankhaus versorgt werden. Der Abend wurde dann noch gemeinsam am Lagerfeuer verbracht und mit unserem gemeinsamen Lied „Gute-Nacht Kameraden“ die Kinderstufen ins Bett verabschiedet.

Nachdem wir am Tag zuvor den Bauer nun kennengelernt hatten und ihm schon einmal mit Erster Hilfe retten konnten, ging es am Dienstag darum, einige Dinge für den Bio-Bauern zu sammeln. Da sein Hof komplett zerstört wurde, mussten Zaunteile, Pflanzensamen und Medizin getauscht werden. Es wurde sich in drei Gruppen aufgeteilt und jede bekam etwas was der Bauer noch auftreiben konnte und es ging los zu den Nachbarn und Freunden des Bauern. Hier begegneten die Gruppen dem Netten Nachbarn Norbert, der Frostigen Försterin Fiona, dem jungen Jäger Jörg, der Arbeitenden Ärztin Annette und dem Koketten Koch Karl. Unter den Dorfbewohnern konnten durch geschicktes Tauschen an alle Teile gelangt werden, die Bio Bauer Bernd benötigte. Bei manchen Bewohnern des Dorfes mussten auch schwierige Rätsel gelöst werden. So musste der arbeitenden Ärztin Annette geholfen werden, die Praxis nach dem Unwetter wieder in Ordnung zu bringen. Es mussten Kräuter mithilfe des Geruchs wieder in die richtigen Regale sortiert werden. Beim koketten Koch Karl musste ein Rätsel zu vielen Süßigkeiten gelöst werden und mithilfe dieser Lösungen ein Merksatz erarbeitet. Bei der frostigen Försterin Fiona wurden Blätter aus dem Wald den Bäumen zugeordnet. Am Ende haben es alle Gruppen geschafft und konnten die wichtigen Teile zu Bio-Bauer Bernd bringen. Somit war alles besorgt, was wir die nächsten Tage benötigten. Der Abend wurde wie immer mit Lagerfeuer und Abendrunde ausklingen gelassen.

Der Mittwoch begrüßte uns mit Regen. Es waren Stufentage, also die Wölflinge und Jungpfadfinder (Wöpfis) wollten ins Freibad und unsere Pfadis und Rover (Pfaver) wollten gemeinsam in die Therme. Das perfekte Schlechtwetterprogramm. Die Wöpfis gingen einfach ins Neckarbad und die Pfaver fuhren ins Badeparadies Schwarzwald. Das Neckarbad in Schwenningen, war im Gegensatz zum nahegelegenen Freibad in Villingen ein bisschen größer und es konnte der Tag mit schwimmen, entspannen und Pommes verbracht werden. Das Badeparadies Schwarzwald in Titisee-Neustadt ist eine Wohlfühl- und Erlebniswelt unter Palmen. Es konnte in der Palmenoase entspannt, im Palais Vital sauniert oder im Galaxy Schwarzwald kilometerweise gerutscht werden. Nach kaum 6,5 h ging es wieder zum Abendessen auf die Heimfahrt zurück zum Zeltplatz. Als wir abends alle wieder ankamen, hat sich der Regen verzogen und wir konnten unter freiem Himmel das leckere Abendessen genießen.

Den Donnerstag begannen wir mit einem Gottesdienst, bevor es darum ging Bio Bauer Bernd mit seinen Feldern zu helfen. Denn der Sturm hatte auch die Felder zerstört. Also haben wir erst einmal einiges über den Pflanzenaufbau gelernt, bevor wir passend zur Thematik eine Runde Möhrenziehen gespielt haben. Nach einer leckeren Mittagspause, gingen wir mit frischen Kräften ans Werk und stellten uns einigen Quizfragen zum Thema „Pflanzen“. Im Anschluss konnten wir uns dann endlich dranmachen und dem Bio Bauer Bernd helfen, neue Pflanzen anzupflanzen – die Samen die wir dazu benötigten, hatten wir am Dienstag bereits im Tausch gegen andere Gegenstände von den Dorfbewohnern erhalten. Unser neu gewonnenes Wissen vom Vormittag wollten wir aber auch noch mit einem kleinen Experiment testen – dafür stellten wir weiße Rosen in verschiedenfarbige Tinte.
Das Ergebnis unseres Experiments war, bei manchen Farben besser zu sehen, als bei anderen, aber man konnte auf jeden Fall nach ein paar Tagen erkennen das die Rosen sich bunt gefärbt haben, da sie die Tinte, wie normalerweise das Wasser, durch den Stängel aufgenommen haben.

Mittlerweile konnte der Bio-Bauer Bernd schon wieder ein bisschen Lachen, er hatte mit unserer Hilfe wieder eine neue Ansaat und Pflanzen für seinen Hof. Doch seine Tiere fehlten noch, bzw. ein Gehege, damit sie nicht wieder direkt weglaufen würden. Deshalb begannen wir den Freitag, damit für unseren Bio-Bauern ein neues Gehege anzulegen. Mit viel Spaß und Elan gingen alle Teilnehmer ans Werk und knoteten was das Zeug hielt. Sie befestigten Seil an Seil und Baumstamm an Baumstamm, bis kurz nach dem Mittagessen ein Gehege gebaut war, perfekt dass wir in den nächsten Tagen auch auf die Suche nach den Tieren gehen konnten. Im Anschluss durften sich alle noch mit einer Wasser-Hol-Challenge aneinander messen. Die Kids wurden in 2 Teams aufgeteilt und mussten mit Hindernissen eine Wanne zunächst mit Messbechern füllen, dann über den Platz rasen und dort mit Schwämmen wieder in unseren Pool leeren. Damit sie nicht so schnell sind, konnte das andere Team sie ein wenig mit Wasserpistolen ablenken. Eine riesige Wassergaudi für alle Beteiligten.

Nach so viel Arbeit in den vergangenen Tagen für Bernd, musste auch für uns mal etwas Aktion her. Nachdem alle in die Autos geladen wurden und nach Triberg im Schwarzwald gefahren wurden. Bei sonnigem Wetter konnten wir Deutschlands höchste Wasserfall bestaunen mit 163m Höhe. Im Anschluss daran ging es noch in den Natur-Hochseilgarten Triberg, dort konnten alle je nach Laune und Können sich den 9 Parcouren von ganz einfach, bis schwer ausprobieren und Klettern und Seilrutschen.

Der Sonntag, wie sollte ein Sonntag den schon anders beginnen, begann mit einem späten und gemütlichen Frühstück. Selbstverständlich mit frischen Brötchen, Frühstückssaft und weil es eben Sonntag ist auch mit Rührei und Speck. Nach dem dann auch alle ausschlafen und gut Frühstücken konnten, fand noch eine Runde Flunkyball und ein großes Völkerball Spiel statt.
Gegen Nachmittag ging es aufgeteilt in zwei Gruppen an die Zubereitung des Abendessens. Es sollte selbstgemachte Käsespätzle mit Karottensalat geben. Aufgrund des plötzlich stark regnerischen und stürmenden Wetters wurde das Essen dann von den Leitern und der tapferen Anna (Jupfi) zu Ende gekocht. Am Abend saßen wir wie jeden Abend noch zusammen am Feuer bis die Kinder nach und nach in ihren Schlafsäcken verschwanden.

Am letzten Tag war aufräumen angesagt. Nachdem alle gefrühstückt hatten, mussten erst einmal die Taschen gepackt werden, um damit aus den Gruppenzelten, in die große Leiterjurte umzuziehen. Die ersten nicht mehr benötigten Materialien wurden verräumt und verladen und es konnte gemeinsam die Theater-Jurte, die Kothe und das Yellowstone abgebaut und geputzt werden.
Für unseren gemeinsamen Bunten-Abend bekamen alle noch die Aufgabe sich mit einem Programmpunkt zu beteiligen und ihn damit „bunt“ mitzugestalten. Nach einem schönen Abendessen, mit leckerem Grillfleisch, Grillgemüse, Salat Buffett und vielen weiteren Leckereien, konnte der Bunte Abend starten. Die Pfadis & Rover hatten sich ein Mitmachspiel überlegt: „Pferderennen“, unsere Wölflinge und Jungpfadfinder haben in unterschiedlichen Gruppen Sketche und Witze aufgeführt und erzählt. Den Abschluss machte die Leiterrunde mit einem „Hohen Gewicht“ bei dem jeder Teilnehmer noch einmal das Lager Revue passieren lassen konnten. Es wurde sehr viel gelacht und für alle endete die letzte Abendrunde im Anschluss mit unserem gemeinsamen Abschlusslied für den Tag mit: „Gute Nacht Kameraden!“

Der Heimreisetag war angebrochen und so wie der Tag schon heißt kommt beim Aufstehen schon ein bisschen Wehmut mit. Nachdem alle Zelte ausgeräumt und abgebaut waren, die Heringe und Planen geputzt, alles Material verladen war, ging es an das Ende unseres Lagers. Mit noch einem Gruppenbild und dem Abschiedslied „Nehmt Abschied Brüder“, ging es für den einen Teil zum Bahnhof und den anderen in die Materialautos in Richtung Ziegelhausen.

Auf Wiedersehen Bio-Bauer Bernd und seine Nachbarn

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